Selbsthilfe und Solidarität gegen Vereinsamung im Alter
Diese Erkenntnis gewannen die Teilnehmer einer Veranstaltung zum Thema „Seniorengenossenschaften – auch ein Modell für Brandenburg?“, zu der die Cottbuser Senioren Union eingeladen hatte. Deren Landesvorsitzender Ingo Hansen berichtete über die Erfahrungen, die in 20 Jahren mit diesem Modell vor allem in Hessen, Baden-Württemberg und Bayern, aber auch in Österreich und den Niederlanden gemacht wurden. Die Grundlage sind gemeinnützige Vereine, die Leistungen wie z.B. Hilfen im Haushalt und beim Einkaufen, Besorgen der Wäsche, Essens- und Fahrdienste oder handwerkliche Dienstleistungen - erbracht durch engagierte Helfer - anbieten.
Der Hilfebedürftige bezahlt dafür gegenwärtig ca. 8,50 Euro pro Stunde, wovon dem Helfer 6,50 Euro zustehen und 2 Euro der Verein zur Deckung seiner Unkosten nutzt (z.B. Verwaltung, Sachkosten, Versicherungen). Der Helfer entscheidet, ob er sich das Entgelt auszahlen lässt oder dieses als Guthaben bei der SG anspart. Wer heute z.B. 100 Stunden arbeitet, kann später - wenn er selbst Hilfe benötigt - 100 Stunden kostenfrei abrufen. Die SG ersetzen nicht die professionelle häusliche Krankenpflege, sondern stellen ein ergänzendes Angebot dar.
Durch dieses Modell stehen Selbsthilfe und Solidarität sowie das Verhindern von Vereinsamung im Mittelpunkt. Ob die SG auch in Brandenburg eine Zukunft haben, wird sich zeigen. Im nächsten Jahr soll in Birkenwerder (Oberhavel) ein Pilotprojekt starten, das durch die Senioren Union unterstützt wird.