CDU Kreisverband Cottbus

Schierack: „Gesundheitsreformen verunsichern Patienten und Ärzte zusätzlich"

Am Dienstag stellte die Wirtschaftsberatung Ernst & Young das Gesundheitsbarometer 2009 vor. Brandenburg nimmt darin den letzten Platz ein. Der stellvertretende Landesvorsitzende der CDU Brandenburg, Prof. Dr. Michael Schierack, erklärt dazu:
„Das von der Wirtschaftsberatung Ernst & Young vorgestellte Ergebnis einer Untersuchung zur Gesundheitsversorgung in Deutschland widerspiegelt insbesondere die Sorge der Menschen in Brandenburg um die Zukunft einer guten und flächendeckenden medizinischen Versorgung. Nicht nur die Patienten, sondern auch die Ärzte sind mit dieser Situation unzufrieden. So demotiviert der nicht endende bürokratische Aufwand für ärztliche Leistungen. Er hält den Mediziner in der Klinik und in der Praxis vom eigentlichen Versorgungsauftrag am Patienten ab.

Damit wird unnötig die ambulante und wohnortnahe Behandlung der Patienten zusätzlich gefährdet. Schon heute betreuen die Brandenburger Mediziner pro Kopf die bundesweit meisten Patienten.

Die Gesamtheit dieser Maßnahmen widersprechen eindeutig den Beteuerungen, den Arztberuf auch in Brandenburg attraktiver zu machen. So wird es auch in Zukunft die geringste Arztdichte in den dünn besiedelten Gebieten Brandenburgs geben. Dieser Zustand wird sich weiter verstärken. Es ist den Bürgern nicht zu erklären, warum sie höhere Kassenbeiträge bezahlen sollen, aber nicht sicher sein können, im Krankheitsfall vom Facharzt schnell behandelt zu werden.

Das abgegebene Bild der Brandenburger über ihre medizinische Versorgung ist deshalb sehr ernst zu nehmen. Die Politik hat darauf zu reagieren. Obwohl die Versorgung dank der vielen engagierten Mediziner in den Krankenhäusern und in den Praxen noch einen guten Ruf besitzt, kann man nicht übersehen, dass unser Gesundheitssystem viele strukturelle Probleme hat. Diese müssen endlich angepackt werden. Auch muss die Gesundheitswirtschaft mit ihren vielen hochqualifizierten Arbeitskräften und medizinischen Spitzenprodukten als Konjunkturmotor begriffen und dem entsprechend auch gestartet werden."

Ein neues Honorarsystem soll für die niedergelassenen Ärzte in Brandenburg ab 2009 endlich die ersehnte Entspannung und Beruhigung bringen. Tatsächlich besteht jedoch nach ersten Umfragen unter den ambulant tätigen Ärzten eine hohe Verunsicherung über die in Zukunft tatsächlich fließenden Gelder. Fakt ist: Die Vergütung von besonderen und spezialisierten Leistungen werden im Honorar nicht entsprechend abgebildet. Auch zeigen sich Bestrebungen, die freiberuflichen Facharztpraxen als sogenannte zweite Facharztschiene zu demontieren.