Fünfzehn Mitglieder und Freunde der SeniorenUnion Cottbus fuhren am Donnerstag, dem 11. Juni, zum Tagebau Welzow-Süd. Empfangen wurden wir von Frau Wagler, zuständig für die Öffentlichkeitsarbeit in diesem Betriebsteil von Vattenfall.
Bei Kaffee und Kuchen informierte ein Film über die Entstehung, die Entwicklung und die Perspektive des Tagebaues sowie die nachfolgenden Rekultivierungsmaßnahmen. Mit einem für das schwierige Gelände geschaffenen Fahrzeug, einem sogenannten Absetzer, fuhren wir in den Tagebau. An markanten Stellen, in den verschiedenen Arbeitsebenen, erhielten wir interessante Informationen. Allein die gewaltigen Ausmaße des Tagebaues, der Geräte und die Mächtigkeit des Flözes waren beeindruckend. In Jahrmillionen entstanden, zeigt diese bis 16 Meter hohe Kohleschicht, dass ein Menschenleben nur eine Episode auf dieser Erde ist.
Die bereits rekultivierten Flächen, die in enger Zusammenarbeit mit der BTU Cottbus gestaltet werden, machen aber auch Hoffnung auf eine lebenswerte, interessante, sicher auch liebenswerte neue Landschaft. Apfelplantagen mit inzwischen unbekannt gewordenen Sorten, Neupflanzungen zahlreicher Gehölze und der Versuchsanbau von drei Weinsorten unterstreichen dieses. Ähnlich sieht es mit der Tierwelt aus. Reh und Rotwild sind bereits heimisch.
Wir werden auf lange Zeit nicht ohne die Braunkohle auskommen, wenn wir nicht in Zeiten von Kerze und Petroleumlampe zurückfallen wollen. Die Rekultivierung macht aber auch deutlich, dass die heimische Tier- und Pflanzenwelt verloren geglaubtes wieder hervorbringt und Bodenwertzahlen verschiedentlich sogar höhere Qualität zeigen.
Armin-D. Ehrlichmann