Familie ist Zukunft
Kommunalwahlprogramm 2008
1. Vorwort
„Wir alle sind Cottbus“
Neue Akzente für eine familienfreundliche Stadt
Sehr geehrte Bürgerinnen und Bürger,
Cottbus ist unsere liebenswerte Heimat. Wir werden als CDU alles daran setzen, dass unsere Stadt auf die Herausforderungen der nächsten Jahre gut vorbereitet ist. In der Vergangenheit und Gegenwart ist vieles geleistet worden. Ein großer Teil ist gelungen, einiges muss deutlich besser werden, und manches ist noch zu leisten.
Wir als CDU – Mitglieder gehören aber nicht zu denen, die in unserer Stadt resignieren. Cottbus hat für uns Zukunft und große Chancen! Wir müssen jedoch die richtigen erkennen und den Mut haben, sie dann auch zu ergreifen. So glauben wir, dass der Rückgang und die Überalterung der Bevölkerung in Cottbus aufgrund von Wegzug und Kinderlosigkeit die größte Herausforderung unserer Kommune ist. Eine Stadt, die deutlich schrumpft, kann für uns keine Perspektive sein! Obwohl gegenwärtig die Geburtenzahlen wieder leicht ansteigen und der Wegzug vor allem von jungen und gut ausgebildeten Menschen sich abschwächt, können die Fakten nicht darüber hinwegtäuschen, dass wir in ein demographisches und damit in ein großes wirtschaftliches und soziales Problem schlittern. In fast der Hälfte unserer Haushalte leben keine Kinder mehr. Die besten Wahlprogramme und kommunalen Haushaltspläne nützen nichts, wenn zu wenig Bürger da sind, die sie umsetzen und bezahlen. Familienpolitik ist deshalb für uns die erstrangige strategische Aufgabe der Kommunalpolitik, aber natürlich auch der gesamten deutschen Gesellschaft.
Familienpolitik reicht in alle kommunalen Bereiche. Sie ist somit kein "weiches" Thema, sondern das wichtigste Handlungsfeld, das Weichen stellt und so darüber mitentscheidet, wie in dieser Gesellschaft Bildung, Wirtschaftswachstum, Wohlstand und Wohlfahrt sein werden. Familien brauchen vor allem drei Dinge: Zeit, eine unterstützende Infrastruktur und Einkommen. Somit spielt für Familien die Frage nach einem auskömmlichen Arbeitsplatz, nach der Vereinbarkeit von Beruf und Familie ebenso eine Rolle wie ein familiengerechtes Wohnumfeld und Wohnraum, eine familienfreundliche Verwaltung, eine qualitativ gute Kinderbetreuung sowie gute Möglichkeiten für die Schul-, Kultur- und Berufsausbildung der Kinder. Eine kluge Wirtschaftspolitik ist eine gute Politik für unsere Familien. Wir werben auch für eine familienfreundliche Firmenstrategie, denn nur so können künftig qualifizierte Kräfte an das Unternehmen gebunden werden.
Liebe Bürgerinnen und Bürger, das Ziel, mehr Kinder in die Familien und mehr Familie in unsere Stadt zu bringen, erfordert somit eine schöpferische Politik und zum Teil auch andere Wege als bisher. Deshalb will die CDU Cottbus gemeinsam mit den kommunalen Akteuren, mit der Verwaltung, mit den Eltern, mit der Wirtschaft und mit den Tarifvertragsparteien für unterstützende Rahmenbedingungen werben, dass somit Familie in unserer modernen Kommune lebbar bleibt. Die nächste Generation potenzieller Väter und Mütter muss die Chance besitzen, ihre Vorstellungen von Familienleben und der Art und Weise, in der sie die Kinder aufziehen möchten, zu realisieren. Wir sagen: Kinderlärm ist Zukunftsmusik. Diese Zukunftsmusik brauchen wir in Zukunft viel stärker in Cottbus!
2. Familienpolitik
Familienpolitik reicht in viele Bereiche und ist unserer Meinung nach der wichtigste Teil der Kommunalpolitik. In der Familie lernen Kinder Verantwortung für sich und andere zu übernehmen: sie entwickeln Verantwortungsbewusstsein und Zuverlässigkeit, sie erlernen Konfliktfähigkeit und wichtige soziale Kompetenzen, wie z.B. Einfühlungsvermögen, Verständnis und Mitgefühl. Familie ist unser wichtigstes soziales Netz. Ohne Familien gibt es keine Geborgenheit für Kinder, aber auch keine liebevolle Zuwendung gegenüber alten Menschen.
Die Angebote der Kinder- und Jugendsozialarbeit sind ein markantes Zeichen der Familien- und Sozialpolitik in Cottbus, und sie müssen sich an alle Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen richten. Nur durch großes kommunales und bürgerschaftliches Engagement kann die soziale Zukunftsfähigkeit unserer Stadt gelingen.
Zu den Grundsätzen für uns als Christdemokraten gehört, auf die Kirchen und Religionsgemeinschaften unserer Stadt als einer wesentlichen Grundlage des sozialen Gefüges in Cottbus zu setzen und das Engagement caritativer Einrichtungen zu unterstützen.
Darum fordert die CDU:
- eine ausgewogene und wohnortnahe KITA- und Schullandschaft mit bedarfsgerechten Öffnungszeiten für die Kindertageseinrichtungen
- eine bessere materielle Ausstattung der Schulen, z.B. Computerkabinette mit qualifiziertem Personal und längeren Öffnungszeiten für alle Schüler, Klassen mit maximal 25 Schülern, Schulen mit höchstens vier Klassen pro Jahrgang, gut ausgebildetes Personal für KITAs und Horte sowie die Stärkung der Autorität der Lehrer
- der künstlichen Verknappung der Plätze an Gymnasien entschieden entgegenzutreten, die Vielfalt der Schulprofile zu stärken und Privatschulinitiativen zu befürworten
- eine warme Mittagsmahlzeit für alle bedürftigen Schüler
- Angebote wie Familienbildung, Familienberatung und aufsuchende Familienhilfe zu verbessern, wobei mehr Erziehungshilfen in die Familien gehen sollen, z.B. durch Stärkung des Allgemeinen Sozialen Dienstes, und die Projekte für Familienpatenschaften auszubauen
- die Früherziehung, z.B. bei Musik und Sport, für Kinder unter sechs und von 6-12 Jahren unter Beachtung der Finanzierbarkeit für alle Familien zu fördern
- eine stärkere Vernetzung aller in der Kinder- und Jugendarbeit beteiligten Verwaltungsbereiche, damit die Hilfssignale der von familiärer Vernachlässigung bedrohten Kinder rechtzeitig gehört werden
- die Beteiligung von Cottbus am Wettbewerb „Familienfreundliche Gemeinde“
- Unterstützung und Zusammenarbeit mit dem „Bündnis für Familien“
- eine stärkere öffentliche Anerkennung für das hohe ehrenamtliche Engagement im sozialen Bereich, z.B. im Rahmen des „Tages des Ehrenamtes“
- einen weiteren Bürokratieabbau für Familien, wie z.B. spezielle Bürgerbüros als Anlaufstellen für Familien
- in Mehrgenerationenhäusern die Unterstützung für die ältere Generation mit einem kompetenten Netzwerk an Dienstleistungen für junge Familien zu verbinden
- ein gemeinsames Miteinander aller gesellschaftliche Akteure – der Eltern, der Verwaltung, der Wirtschaft und der Tarifvertragsparteien -, damit eine neue Struktur für eine familienfreundliche Stadt entsteht
- neue Wege für die Sicherung eines ausgewogenen Angebots, z.B. für die präventive Jugendarbeit, unter Berücksichtigung der Konsolidierung des Haushalts
- die Begleitung der Kinder-, Jugend- und Jugendsozialarbeit durch sog. Sozialraumteams, die durch eine neutrale charismatische Persönlichkeit geleitet werden könnten, unterstützt durch Sozialarbeiter und engagierte Bürger
- die Weiterentwicklung der Qualität von Kooperation und Vernetzung in der Kinder- und Jugendarbeit transparent in den Planungsprozess und ein Controllingsystem einzubinden
- die zeitnahe Erstellung einer nachhaltigen Jugendförderplanung durch die Verwaltung, die die KITA-, Schul- und Schulentwicklungsplanung komplex beachtet und der demographischen Entwicklung gerecht wird
- eine dreijährige Planungssicherheit, wobei eine enge Kooperation von freien und öffentlichen Trägern sowie Vereinen und Kirchen zu beachten ist
3. Wirtschaft, Energie, Wissenschaft, Finanzen
Der Erhalt und die Schaffung neuer Arbeitsplätze, die Sicherung einer hohen Lebensqualität und die Erfüllung unserer sozialen Vorstellungen sind nur durch einen nachhaltigen wirtschaftlichen Aufschwung möglich. Mittelständische Unternehmen und Handwerksbetriebe sind das Rückgrat der Wirtschaft. Sie schaffen den Großteil an Ausbildungs- und Arbeitsplätzen. Die Cottbuser CDU legt großen Wert auf eine familienfreundliche Arbeitswelt und Unternehmenspolitik: familiengerechte Arbeitsplätze und nicht arbeitsplatzgerechte Familien.
In Cottbus besteht mit der BTU und der FH Lausitz eine attraktive Forschungs- und akademische Ausbildungslandschaft, die als Leuchtturm der Stadt zu fördern ist.
Basis der Zukunftssicherung muss ein solider und transparenter Haushalt werden, damit wir unseren Kindern eine lebens- und liebenswerte Stadt überlassen.
Darum fordert die CDU:
Wirtschaft
- eine umfassende Unterstützung des Cottbuser Mittelstandes und des Handwerks als Hauptmotor der städtischen Wirtschaft, um bestehende Arbeitsplätze zu erhalten und weitere zu schaffen
- die Schaffung neuer qualifizierter Arbeitsplätze, um die Abwanderung von jungen Facharbeitern und Akademikern zu stoppen
- die Gewinnung von mindestens 10 Unternehmen, die sich öffentlich zu einer familienfreundlichen Firmenpolitik bekennen und diese auch praktizieren
- die Einführung eines Siegels „Familienfreundliches Unternehmen“ durch die Stadt Cottbus
- die vorrangige Vergabe öffentlicher Leistungen an einheimische Unternehmen im Rahmen der gesetzlichen Möglichkeiten zur Stärkung der hiesigen Wirtschaft
- die Einbindung von Investoren in die Netzwerke des Cottbuser Mittelstandes
- die Wirtschaftsförderung gebündelt und einheitlich in einer Institution wirksam werden zu lassen und dabei das Zugriffsrecht der Kommune zu gewährleisten
- den weiteren Abbau bürokratischer Hemmnisse und schnellere Entscheidungswege in Stadtverwaltung und Verbänden
- Druck auf den Landesverband und die Bundes- CDU auszuüben, um ein einfacheres Steuersystem einzuführen
- dem Kommunalkombi nur zuzustimmen, wenn sozialversicherungspflichtige Arbeitsplätze nicht gefährdet werden
- die Nutzung aller Möglichkeiten der Präsentation durch die Stadt, z.B. Marketing, um Cottbus als Industriestandort attraktiver zu machen, wobei dem Ausbau des ehemaligen Flugplatzgeländes zu einem Technologie- und Industriepark besondere Bedeutung zukommt
- die Bemühungen der EGC zu verstärken, internationale Kontakte zu knüpfen, wobei Polen und Osteuropa einen Schwerpunkt bilden sollen
- die Ansiedlung von Unternehmen besonders in den förderfähigen Branchen, z.B. Energie, Informations- und Kommunikationstechnik
- die Unterstützung bei der Ansiedlung weiterer Dienstleistungsunternehmen
- die zeitnahe Zuführung umzuwidmender Gewerbeflächen zu einer anderen Nutzung, z.B. dem Wohnungsbau und der Naherholung
- keine Veräußerungen der kommunalen Unternehmen Carl-Thiem–Klinikum und der Gebäudewirtschaft Cottbus
Energie
- die Weiterführung einer umweltgerechten und nachhaltigen Förderung von Braunkohle und deren Verarbeitung in der Cottbuser Region auch und vor allem unter dem Aspekt der Arbeitsplatzsicherung
- das Bekenntnis zum Unternehmen Vattenfall als dem derzeit bedeutendsten wirtschaftlichen Anker in der Stadt
- ein höheres Engagement von Vattenfall, um gemeinsam mit der BTU Cottbus Möglichkeiten einer ökologischen, hocheffizienten Energiegewinnung zu erforschen
Wissenschaft
- eine bedarfsgerechte Zusammenarbeit von Wissenschaft und Wirtschaft, um den Wissenstransfer zwischen den wissenschaftlichen Einrichtungen und den Unternehmen zu stabilisieren und voranzutreiben
- die Unterstützung des Personaltransfers zwischen den Hochschulen und den Unternehmen, um qualifizierte Arbeitskräfte auszubilden und in der Region zu binden
- einen regelmäßigen Informationsaustausch zwischen Stadtspitze sowie BTU und FH Lausitz mit dem Ziel einer besseren Zusammenarbeit
- die gemeinsame Definierung von Schwerpunktfeldern in Lehre und Forschung, wie z.B. Energie, Material, Bauen im Bestand, Informations- und Kommunikationstechnik
- eine kommunale Unterstützung für Studenten und Hochschulabsolventen bei der Gründung von Unternehmen durch die Bereitstellung von mietfreien Betriebstätten in einem Starterzentrum
- die Einbeziehung des studentischen Kreativitätspotenzials bei der Lösung von Entwicklungsschwerpunkten der Stadt, wie z.B. beim Städtebau und der Verkehrsplanung
- die Pflege des Rufes der Stadt als Hochschulstandort mit weltoffenem Flair durch Marketingaktionen der Hochschulen, der Stadtverwaltung und der Kammern
- die Ansiedlung weiterer leistungsfähiger Institute in Cottbus
- die Durchführung einer noch höheren Anzahl innovativer Kongresse auch mit dem Ziel, das Image der Stadt als einem attraktiven Messe- und Tagungsort weiter zu verbessern
Finanzen
- keine weitere Steigerung der Abgabebelastung für die Bürger
- die fortlaufende Überprüfung der freiwilligen Aufgaben der Stadt mit dem Ziel, ein haushalterisch vertretbares Höchstmaß zu erhalten
- einen Stopp für die Neuverschuldung im Haushalt der Stadt
- die Halbierung der aufgelaufenen Schulden anhand eines Entschuldungskonzeptes, wobei der Verkauf kommunaler Anteile strikt abgelehnt wird
- die vollständige und zeitnahe Umsetzung des Personalkonzeptes für die Stadtverwaltung unter Gewährleistung der Bürgerfreundlichkeit bei gleichbleibender Qualität zum nachhaltigen Abbau der kommunalen Schulden
- dass die Umstrukturierung der Stadtverwaltung auf Grund der demografischen Entwicklung nicht auf Kosten der jungen, gut ausgebildeten Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen gehen darf
- die Unterstützung der privaten Kinder- und Jugendbetreuung mit dem Ziel, dass diese Einrichtungen zu einem bestimmten Zeitpunkt ohne bzw. mit geringen Zuschüssen arbeiten können
- den Aufbau eines zentralen Managements für die Einwerbung von Fördermitteln, des Landes, des Bundes und der EU
4. Stadt im Wandel
Die CDU setzt sich seit Jahren für eine lebendige und lebenswerte Stadt in gewachsenen, vielfältigen Strukturen ein, in der dem Wohnen als einem menschlichen Grundbedürfnis die notwendige Aufmerksamkeit gewidmet wird. Grundsätzlich muss beachtet werden, dass nachhaltige Investitionen in die Infrastruktur nur gelingen, wenn die demographische Entwicklung berücksichtigt wird. Wir sehen den Stadtumbau als Chance für eine lebenswerte Zukunft unserer Kinder.
Bisher sind beim Stadtumbau Sanierung, Abriss und Neubau sehr umfangreich erfolgt. Das ist anerkennenswert. Allerdings liegt der schwierige und langwierigste Teil noch vor uns, weil funktionierende und geschlossene Stadtstrukturen geschaffen werden müssen. Es gilt, der Zersiedlung entgegenzuwirken und das Zentrum zu stärken. Dafür könnte das „Integrierte Stadtentwicklungskonzept“ das einheitliche Handlungskonzept werden.
Man muss wissen, dass städtebauliche Veränderungen Zeit und der Kontinuität über Perioden und Personen bedürfen – über Legislaturperioden in der Kommunalpolitik hinweg.
Darum fordert die CDU:
Wohnen
- den Rückbau konsequent von außen nach innen durchzuführen, wobei sowohl großflächiger Rückbau und gleichzeitig die Schaffung geschlossener Stadtstrukturen (Sachsendorf/Madlow und Schmellwitz) als auch Ausdünnung und Teilrückbau (Sandow und Ströbitz) infrage kommen
- den Bewohnern so weit wie möglich Sicherheit zu geben, ob ihr Wohnraum durch den Stadtumbau betroffen ist
- die veränderte soziale Infrastruktur, z.B. den Wegfall von Freizeiteinrichtungen, beim Stadtumbau durch Bereitstellung von bezahlbarem und bedarfsgerechtem Wohnraum zu berücksichtigen
- Wohnungsangebote und Wohnformen zukunftsgerecht sowie der demographischen Entwicklung und der Einkommensstruktur der Bevölkerung anzupassen und damit auch den Belangen des Haushaltes Rechnung zu tragen
- den Stadtumbau mit hoher Planungskultur, einem flexiblen Konzept mit Rahmenbedingungen sowie unter Beachtung von gewachsenen Achsen der Stadt durchzuführen
- die in Fachhochschule und Universität vorhandenen geistigen Ressourcen für einen intelligenten und neue Wege beschreitenden Stadtumbau zu nutzen, z.B. durch studentische Wettbewerbe für die Gestaltung von Brachen
- nachhaltige Investitionen unter der Berücksichtigung der demographischen Entwicklung
- Investitionen der Wohnungsgesellschaft gerade in der Innenstadt, um den sozialen Kern zu stärken
- die konsequente Fortsetzung der Förderprogramme von EU, Bund und Land über das Jahr 2010 hinaus, da sonst der Stadtumbau nicht bezahlbar ist
Soziale Infrastruktur
- dass das Territorialprinzip für eine wohnungsnahe Versorgung mit KITAs, Schulen und Verkaufseinrichtungen die Grundlage bilden muss, wobei die Kinder- und Jugendarbeit als eine Pflichtaufgabe des öffentlichen Trägers der Jugendhilfe ebenso sicherzustellen ist wie die Nutzung optimaler Mitnahmeeffekte für die soziale Infrastruktur
- alters- und behindertengerechte Wohnformen zu entwickeln, damit die Menschen solange als möglich in ihrer eigenen Wohnung trotz eventueller Hilfsbedürftigkeit leben können
- die Entwicklung neuer Wohnformen, wie z.B. das „intelligente Wohnen“ im Löbensweg
- die Verkaufseinrichtungen mit Waren des täglichen Bedarfs wohnungsnah und die demographische Entwicklung berücksichtigend zu errichten, denn die älter werdende Einwohnerschaft benötigt kurze Wege zum Einkaufsmarkt
- die geforderte Barrierefreiheit so auszulegen, dass der vorhandene Wohnraum entsprechend den örtlichen Möglichkeiten und nicht nur nach gesetzlichen Vorschriften umgebaut werden kann
Verkehr
- das im Verkehrsentwicklungsplan konzipierte Ringsystem konsequent umzusetzen
- die Planung für den Bau einer Brücke über das Bahnhofsgelände zu intensivieren, um die Bahnhofsstraße und ihr Umfeld durch weniger Verkehr zu einer Wohn- und Geschäftsstraße aufzuwerten - die derzeitige Lösung über die Wilhelm – Külz – Straße kann und darf nur eine Zwischenlösung sein -, die Gefährdung beim Befahren der Kreuzung Stadtring/ Bahnhofstraße/ Thiemstraße/ Vetschauer Straße beherrschbar zu machen, Möglichkeiten zur Entlastung der Thiemstraße (Klinikum) erarbeiten zu können und den Bewohnern der Straße der Jugend weniger Verkehr zuzumuten, wobei eine Verbesserung der Verkehrssituation am Breithaus zu erreichen ist
- eine Beschleunigung der Planung und Genehmigungsverfahren und einen baldigen Baubeginn für die östliche Ortsumfahrung
- die Erreichbarkeit des Stadtzentrums, aber auch der städtischen Randbereiche durch den ÖPNV (Straßenbahn und Bus) und eine verbesserte Anbindung der umliegenden Gemeinden (auch aus SPN) durch den ÖPNV (Cottbus- und Neisseverkehr) mit bezahlbaren Fahrpreisen und günstigen Fahrplänen zu sichern
- die Verkehrsminderung in den sensiblen Innenstadt- und Wohnbereichen als Gestaltungsprinzip (z.B. Fahrverbote für bestimmte Fahrzeuge, Tempo 30) und die Gewährleistung eines sicheren und flüssigen Verkehrsablaufes für den Fahrzeugverkehr auf dem Hauptnetz, z.B. durch den weiteren Ausbau einer neutral gesteuerten Beeinflussung
- die konsequente Nutzung und Gestaltung der notwendigen Radwege als Netz mit gleichen Qualitätsmerkmalen wie eine Straße
- den Ausbau des Cottbuser „Ostsees“ zu fördern und in dessen Gestaltung und Nutzung touristisch erfahrene Fachleute einzubeziehen
Stadtteile
- die Erhaltung der Eigenständigkeit und des dörflichen Charakters der eingemeindeten Stadtteile auch durch eine angemessene Finanzausstattung
- eine besondere Sensibilität der Stadtverwaltung für die speziellen Probleme der eingemeindeten Orte und ihrer Bewohner sowie der Eigenheimbesitzer in den neuen Siedlungen
- die unbedingte Einbeziehung der verantwortlichen Ortsbeiräte in die Entscheidungsfindung der Stadtverordneten und der Verwaltung
- eine Unterstützung der Vereinsstrukturen in den ländlichen Wohngebieten
- die Fortführung der Stadtteilbegehungen durch die Stadtspitze und die Diskussion mit den Einwohnern in den neuen Stadtteilen
5. Sicher leben in Cottbus
Sicherheit und Freiheit gehören untrennbar zusammen. Nur wer ohne Angst um sich, seine Familie und sein Eigentum leben kann, hat Vertrauen in unseren demokratischen Staat sowie in eine tatkräftige Kommunalpolitik. Wir unterstützen die Polizei, die Justiz, die Feuerwehr und die kommunalen Ordnungskräfte in ihren Bemühungen um eine sichere und saubere Stadt Cottbus. Wir unterstützen ebenso das unverzichtbare bürgerschaftliche Engagement. Erst Ordnung und Sicherheit machen unser Cottbus lebens- und liebenswert.
Darum fordert die CDU:
Sicherheit und Ordnung
- ein wirksames Vorgehen gegen die zunehmende Sachbeschädigung durch Graffiti und Schmierereien
- die Koordination präventiver und repressiver Maßnahmen gemeinsam durch den Cottbuser Präventionsrat, die Polizei, die Staatsanwaltschaft, das Jugendamt und die Grundstückseigentümer
- den Verfolgungsdruck auf die zumeist jugendlichen Straftäter zu erhöhen und gleichzeitig die schnelle Beseitigung der Schmierereien zu forcieren
- eine verbesserte Sicherheit und Ordnung auf öffentlichen Plätzen und in Parkanlagen sowie sichere und saubere Spielplätze mit einem Hundeverbot
- ein wirksames Eingreifen gegen uneinsichtige, verhaltensauffällige, lärmende und die Plätze verschmutzende Jugendgruppen
- das Alkohol- und Rauchverbot an Schulen wirksamer durchzusetzen
- eine konsequente Durchsetzung von Ordnung und Sauberkeit in allen Stadtteilen – auch durch vermehrtes Auftreten gemischter Streifen von Ordnungsamt und Polizei
- die Unterstützung eines flexibel arbeitenden Ordnungsamtes mit einem handlungsfähigen Außendienst durch eine Optimierung der Amtsstruktur
- die konsequente Durchsetzung der Anliegerpflichten für eine kommunale Vorbildwirkung
Ordnungskräfte
- eine Verbesserung der derzeitigen Einsatz- und Arbeitsbedingungen der Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr durch Modernisierung und Werterhaltung der Gerätehäuser (z. B. Branitz, Kahren, Döbbrick) und die notwendige Ausrüstung mit Einsatzbekleidung und Alarmrufempfängern
- eine aktive Unterstützung von Angehörigen der Freiwilligen Feuerwehr bei der Ausbildungs- und Arbeitsplatzsuche in Cottbuser Betrieben und Einrichtungen, um die schnelle Einsatzbereitschaft auch in den Tagesstunden zu sichern
- die Unterstützung der Jugendfeuerwehren bei der Mitgliederwerbung bereits ab dem 7. Lebensjahr
Werteorientierung
- das konsequente Einschreiten aller gesellschaftlichen Kräfte gegen jede Form von Extremismus, Gewaltverherrlichung und Ausländerfeindlichkeit
- dem Opferschutz und der Opferhilfe den Vorrang zu geben vor dem Täterschutz
- beschleunigte Strafverfahren und der Tat angemessene Strafen im Rahmen der bestehenden Gesetzgebung
- eine stabile öffentliche Präsenz der Polizei und den Erhalt von Polizeidienststellen in Cottbus
- einen ganzheitlichen Ansatz in der Drogenbekämpfung
6. Kultur und Sport
Durch attraktive Angebote in Kultur und Kunst wird die Lebensqualität in Cottbus erhöht. Kulturförderung ist keine Subvention, sondern eine Investition in die Zukunft.
Ob Kinder- und Jugendsport, Breitensport oder Schulsport: Die Sportstadt Cottbus muss sich kontinuierlich weiterentwickeln. Sport ist Leistungs- und Integrationsfaktor sowie von großer Bedeutung für unser aller Wohlempfinden.
Darum fordert die CDU:
Kultur
- die Sicherung der finanziellen Rahmenbedingungen für eine stabile und kreative Entwicklung der Brandenburgischen Kulturstiftung Cottbus
- die kontinuierliche Unterstützung des Konservatoriums als einer der erfolgreichsten musischen Ausbildungsstätten für Kinder und Jugendliche
- die stabile Fortführung der Angebote für die außerschulische kulturelle und künstlerische Betätigung von Kindern und Jugendlichen, so u.a. des Cottbuser Kindermusicals, des Ensembles Pfiffikus und des Jugendkulturzentrums Glad-House mit der Kulturwerkstatt P12
- alterspezifische ganzjährige Angebote in den Sparten Puppen-und Figuren- sowie Kinder- und Jugendtheater in Cottbus
- die umfassende Bewahrung und nachhaltige Pflege des künstlerischen Erbes des Fürsten Pückler – Park und Schloss Branitz
- die Verbesserung der infrastrukturellen Bedingungen des Tierparks und die Steigerung seiner Attraktivität in engem Zusammenwirken von Stadtverwaltung, Bürgerinnen und Bürgern sowie Unternehmen aus Stadt und Region
- die Sicherung eines nachfragegerechten Medienangebotes der Stadt- und Regionalbibliothek, insbesondere für Kinder- und Jugendliche, sowie des lebensbegleitenden Lernens
- den Erhalt der Cottbuser Museumsangebote verstärkt mit Hilfe bürgerschaftlichen Engagements und von Sponsoren (beispielgebend Brandenburgisches Apothekenmuseum)
- die Fortsetzung des „Festivals des osteuropäischen Films“ als internationalem Leuchtturm der Filmförderung in Brandenburg und die Bemühung um die Ansiedlung eines Großkinos im Stadtzentrum
- den Erhalt des sorbischen (wendischen) kulturellen Erbes und die Entwicklung eines urbanen sorbischen (wendischen) Lebens
- die Unterstützung des bürgerschaftlichen Engagements in den zahlreichen Kunst- und Kulturvereinen und – projekten, aber auch den Kleingartenvereinen der Stadt
- Spielräume für kulturwissenschaftliche Initiativen und Unternehmungen
- den Erhalt der Dorfkultur in den ländlich geprägten Stadtteilen
- das Bekenntnis zu einer weltoffenen Stadt
- den Erhalt des Integrationsnetzwerkes Cottbus
- die Pflege interkultureller Veranstaltungen, wie z.B. des „Multikulturellen Festivals COTTBUS OPEN“ und des „Festes der Kulturen“, um ein tolerantes und friedliches Zusammenleben aller Menschen in unserer Stadt zu fördern
Sport
- die weitere Unterstützung aller Cottbuser Sportvereine mit besonderem Augenmerk auf die Kinder- und Jugendarbeit in den Vereinen
- die Sicherung der Arbeitsfähigkeit des Stadtsportbundes als der Dachorganisation aller Cottbuser Sportvereine
- die weitere kostenfreie Nutzung der Sportanlagen für den Kinder- und Jugendsport sowie deren kostengünstige Bereitstellung für den Breiten- und Behindertensport
- annehmbare Bedingungen für die Übertragung von Sportanlagen an die Vereine (z.B. guter Zustand der Anlagen oder Gebäude)
- die weitere Unterstützung des Fußballjugendturniers, das einmal im Jahr durch die Cottbuser CDU organisiert wird
- die weitere Ausgestaltung des Schul - Leistungsport – Verbundsystems und des Bundespolizei – Leistungssportprojektes
- die organisatorischen Voraussetzungen zu schaffen, um Cottbus auch für die sportliche und schulische/ berufliche Ausbildung von Nachwuchssportlern aus anderen Bundesländern attraktiv zu machen
- die Weiterführung bekannter Sportveranstaltungen, wie z.B. des Internationalen Turniers der Meister im Kunstturnen, des „German Meetings“ (Leichtathletik), des Staffellaufes Cottbus – Zielona Gora und des Reit- und Springturniers in Cottbus - Sielow
